Zuletzt fachlich geprüft: 28. Juli 2026 · Lerninhalt, keine individuelle statistische Beratung

Eine gute statistische Grafik beantwortet eine definierte Frage und macht Unsicherheit sowie Datenmenge sichtbar. Sie ist kein dekorativer Nachsatz zum Test. Gerade bei kleinen Stichproben sollten Leserinnen und Leser sehen können, wie viele Beobachtungen tatsächlich vorliegen.

Einzelwerte, Boxplot und Unsicherheit Zwei Gruppen werden mit allen Einzelpunkten, Median, Quartilen und einem Mittelwertintervall dargestellt. Verteilung zeigenUnsicherheit zeigen

Beginnen Sie mit dem Erkenntnisziel

RohdatenEinzelpunkte oder Stripplot

Zeigt Fallzahl, Häufungen und Ausreißer.

VerteilungBoxplot, Histogramm, Dichte oder ECDF

Zeigt Lage, Streuung und Form mit unterschiedlichen Annahmen.

ModellannahmeQ-Q-Plot

Macht systematische Abweichungen von einer Referenzverteilung sichtbar.

SchätzungPunkt plus Konfidenzintervall

Kommuniziert Effekt und Präzision.

Rohwerte nicht verstecken

Ein Boxplot allein zeigt keine Fallzahl und kann bei sehr kleinem n eine Stabilität suggerieren, die nicht vorhanden ist. Die Kombination mit leicht versetzten Einzelpunkten ist deshalb oft informativer.

Glättung bewusst einsetzen

Histogramme hängen von der Klassenbreite ab, Dichteplots von der Bandbreite. Eine ECDF kommt ohne Glättung aus und zeigt direkt den kumulierten Anteil. Verwenden Sie für Gruppen dieselbe Achsenskalierung.

Konfidenzintervalle statt nur Balken

Balkenhöhen ohne Rohdaten und Intervall verbergen fast die gesamte Verteilungsinformation. Punkt-Intervall-Grafiken kommunizieren Schätzung und Präzision direkter. Intervallüberlappung ersetzt jedoch keinen formalen Test.

Beispiel mit ggplot2

library(ggplot2)

ggplot(study, aes(group, score, colour = group)) +
  geom_boxplot(outlier.shape = NA, width = .55) +
  geom_jitter(width = .10, alpha = .65) +
  labs(x = "Gruppe", y = "Score") +
  theme_minimal()

Checkliste vor der Veröffentlichung

  • Sind Achsen, Einheit und Gruppen verständlich beschriftet?
  • Ist die Fallzahl sichtbar oder im Text genannt?
  • Beginnt eine Mengenachse sinnvoll und wird nichts optisch abgeschnitten?
  • Sind Farbe und Kontrast barrierearm?
  • Zeigt die Grafik den wissenschaftlich relevanten Schätzwert samt Unsicherheit?

Weiterführende Quellen

Vom Lernen zur eigenen Analyse: June Scientific verbindet diese Grundlagen mit Ihrem Datensatz, begründet die Auswahl und zeigt den vollständigen R-Code. Kostenlos starten →