Zuletzt fachlich geprüft: 28. Juli 2026 · Lerninhalt, keine individuelle statistische Beratung
Die Testwahl beginnt nicht mit einem Menü aus Verfahrensnamen. Sie beginnt mit einer präzisen Forschungsfrage. Erst danach folgen Skalenniveau, Anzahl der Gruppen, Abhängigkeit der Beobachtungen und die plausiblen Annahmen. Der von Ranganathan beschriebene Grundgedanke ist deshalb besonders hilfreich: Datentyp und Studiendesign bestimmen die Testfamilie – nicht der p-Wert einer vorgeschalteten Voranalyse.
1. Formulieren Sie die Forschungsfrage
Beispiele: Intervention gegen Kontrolle, vorher gegen nachher, drei Therapieformen.
Beispiele: Lernzeit und Prüfungspunktzahl, Alter und Blutdruck.
Hier führen lineare oder logistische Regressionsmodelle weiter.
2. Bestimmen Sie den Datentyp des Ergebnisses
Numerische Messwerte erlauben Fragen zu Mittelwerten und Abständen. Ordinale Werte besitzen eine Reihenfolge, aber nicht zwingend gleich große Abstände. Kategoriale Daten bestehen aus Häufigkeiten. Diese Unterscheidung ist wichtiger als die Dateiform oder die Anzahl der Nachkommastellen.
3. Prüfen Sie Abhängigkeit und Gruppenanzahl
Messungen derselben Person sind gepaart. Beobachtungen verschiedener Personen sind typischerweise unabhängig. Ein gepaarter Test analysiert innerhalb einer Person gebildete Differenzen und darf nicht durch einen unabhängigen Test ersetzt werden.
Kompakte Auswahlmatrix
| Frage | Design | Typische Wahl | Wichtige Prüfung |
|---|---|---|---|
| Zwei Mittelwerte | unabhängig | Welch-t-Test | Unabhängigkeit, Verteilung, Ausreißer |
| Zwei Messungen | gepaart | gepaarter t-Test | Verteilung der Differenzen |
| Ordinale Lage | unabhängig | Mann-Whitney | Form der Verteilungen |
| Mehr als zwei Mittelwerte | unabhängig | ANOVA / Welch-ANOVA | Varianzen und geplante Kontraste |
| Zwei Kategorien | Häufigkeitstabelle | Chi-Quadrat / Fisher | Erwartete Zellhäufigkeiten |
| Numerischer Zusammenhang | gepaarte Werte | Pearson / Spearman | Form, Linearität, Ausreißer |
Übertragbare R-Beispiele
# Zwei unabhängige numerische Gruppen
t.test(score ~ group, data = study, var.equal = FALSE)
# Zwei gepaarte Messungen
t.test(study$before, study$after, paired = TRUE)
# Zwei kategoriale Variablen
chisq.test(table(study$treatment, study$response))
# Numerischer Zusammenhang
cor.test(study$hours, study$score, method = "pearson")
Weiterführende Quellen
- Ranganathan (2021): Choosing the Correct Statistical Test
- NIST: What are statistical tests?
- Offizielle R-Dokumentation des stats-Pakets
- BachelorPrint: Übersicht statistischer Tests