Zuletzt fachlich geprüft: 28. Juli 2026 · Lerninhalt, keine individuelle statistische Beratung
„Parametrisch oder nichtparametrisch?“ ist oft die falsche erste Frage. Entscheidend ist, welcher wissenschaftliche Parameter interessiert. Der Welch-t-Test richtet sich auf Mittelwerte. Mann-Whitney arbeitet mit Rängen und beantwortet eine Frage zu systematischer stochastischer Ordnung bzw. Lage unter zusätzlichen Formannahmen.
Was wird tatsächlich getestet?
Der Welch-t-Test prüft die Gleichheit zweier Populationsmittelwerte und passt Standardfehler sowie Freiheitsgrade an unterschiedliche Varianzen an. Mann-Whitney vergleicht Ränge. Nur bei ähnlich geformten Verteilungen lässt sich ein Ergebnis einfach als Lageverschiebung lesen; er ist nicht allgemein ein Test gleicher Mediane.
Wann spricht viel für Welch?
- Das Ergebnis ist numerisch und Mittelwerte sind fachlich sinnvoll.
- Die Gruppen sind unabhängig.
- Varianzen dürfen unterschiedlich sein.
- Sie berichten zusätzlich Mittelwertsdifferenz, Konfidenzintervall und Effektgröße.
Wann ist Mann-Whitney hilfreich?
- Die Messung ist mindestens ordinal.
- Ränge tragen die relevante Information.
- Eine robuste Sensitivitätsanalyse ist geplant.
- Die unterschiedliche wissenschaftliche Nullhypothese wird transparent benannt.
Keine automatische Umschaltung
Ein Shapiro-Test sollte nicht allein zwischen beiden Verfahren umschalten. In großen Stichproben markiert er kleine Abweichungen, in kleinen erkennt er relevante Abweichungen möglicherweise nicht. Prüfen Sie Einzelwerte, Q-Q-Plot, Ausreißer, Stichprobengröße und Forschungsparameter.
Beide Verfahren in R
welch <- t.test(score ~ group, data = study,
var.equal = FALSE, conf.level = 0.95)
rank_test <- wilcox.test(score ~ group, data = study,
exact = FALSE, conf.int = TRUE)
welch$conf.int
rank_test$conf.int
Weiterführende Quellen
- Offizielle R-Dokumentation: t.test
- Offizielle R-Dokumentation: wilcox.test
- Simulation zu t-Test und Wilcoxon-Mann-Whitney